Studentenverbindung  -  was ist das

Verbindung wird im Brockhaus wie folgt definiert:

  1. alles Einigende, Zusammenschließende, Verknüpfende
  1. Form des studentischen Zusammenlebens, aus den freiheitlich, vaterländischen Bestrebungen der studentischen Jugend nach den Freiheitskriegen 1813-15 hervorgegangen.
    Besonderes Kennzeichen
    :
    Tragen von Verbindungsfarben in Band und Mütze.
    Mitglieder:
    Studenten als junge Füxe (Neulinge, Probanden) und als vollberechtigte Burschen (Vollmitglieder). Dauernder Zusammenhalt mit den Alten Herren (Vollmitglieder nach abgeschlossenem Studium)

Das Nachschlagewerk kommt dem Heute der Verbindungen schon sehr nahe, besonders im letzten Satz:

Dauernder Zusammenhalt !

Verbindungen sind Lebensbünde

Das Lebensbundprinzip ist es , was Verbindungen von anderen Vereinen unterscheidet !

Es ist eine Art Generationenvertrag. Man ist nicht nur Mitglied in einer Verbindung während des Studiums als Aktiver Fux oder Bursche, sondern auch danach als Alter Herr, im Berufsleben stehend oder als Rentner nach Beendigung der beruflichen Tätigkeit.

Der Alte Herr gibt das an den Studenten zurück, was er seinerzeit selbst von den Alten Herren empfangen hat nämlich:

Generationen- und fachübergreifende Freundschaft, Lebens- und Berufserfahrung und wo nötig fachliche und finanzielle Unterstützung.

Der junge Lanificare  wird mit dem Alten klüger und älter, aber auch der Alte bleibt mit dem Jungen zeitnah und jünger, informiert und gefordert.

Vielen Mitgliedern werden die Inhalte und Werte einer Verbindung erst richtig klar, wenn sie nach dem Studium erfahren, wie vielfach verzahnt die Berufswege durch gegenseitige Kontakte mit Bundesbrüder sein können.

Eine immer aktualisierte Mitgliederliste lässt keinen aus dem Auge verlieren.

Das jährliche Treffen beim Stiftungsfest festigt die Gemeinschaft und bietet Gelegenheit zum Austausch von Wissen und Erfahrungen.

Die Verbindung bildet eine Familie und bedeutet einen gemeinsamen Anlaufpunkt, ohne den sich Freundschaften auf Dauer verlieren.

Treue,

Freundschaft lebenslang !

Freiheit

Freiheit ist der Bezug auf die im Brockhaus erwähnten freiheitlichen, vaterländischen Bestrebungen unserer Gründer.

Übertragen auf die heutige Zeit bedeutet dies, dass wir uns mit folgenden Grundsätzen identifizieren:

1.   dem Bekenntnis zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und ihrer freiheitlich, demokratischen Grundordnung.

2.   der Toleranz gegenüber Andersdenkenden.

3.   der Achtung der Würde jedes Menschen, ungeachtet seines Geschlechts, seiner ethnischen oder sozialen Abstammung, seiner Religion oder politischen Anschauung (soweit mit dem Grundgesetz vereinbar)

4.   der Pflege und Einhaltung studentischen Brauchtums.

Dieses beinhaltet:

a)     den Lebensbund

b)     den studentischen Komment

c)     das Tragen von Farben

d)     den Willen zur Leistung

Traditionsbewusst  pflegen wir studentisches Brauchtum in geselligen Veranstaltungen wie Kommersen und Kneipveranstaltungen. Das Tragen von Farben ist ein offenes Bekenntnis zur Wahl einer farbenstudentischen Zugehörigkeit.

Kneipgesetze (Komment) regeln die Abläufe unserer Kneipabende. (Hierbei legen wir Wert auf eine zeitgemäße Umsetzung. Die Vermittlung von Umgangsformen und Etikette spielen dabei eine genauso wichtige Rolle wie deren Einhaltung.)

Persönlichkeitsbildend lernen unsere Mitglieder in einer demokratisch organisierten Gemeinschaft Verantwortung zu tragen. Jeder hat die Chance, aber auch die Pflicht leitende Aufgaben zu übernehmen, durchzuführen und zu verantworten. Dabei werden fast automatisch Führungsqualität, Teamfähigkeit und Flexibilität erworben. Wertvolle Eigenschaften, die die steigenden Ansprüche des Berufslebens jedem knallhart abverlangen.

Verantwortungsvoll unseren Mitgliedern gegenüber sind wir parteipolitisch neutral, setzen uns aber trotzdem (oder gerade deshalb) kritisch mit den Problemen unserer Zeit auseinander. Ebenso liegt uns das Verantwortungsbewusstsein unserer Mitglieder als demokratische Staatsbürger und das aktive Eintreten für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft sehr am Herzen.

Die Bereitschaft zum Engagement für eine Gemeinschaft, ohne direkte Gegenleistung zu erwarten zeichnet unsere Mitglieder aus.

Weltweit offen sein bedeutete für uns seit Gründung unserer Verbindung: Ausländer sind Mitglieder unserer Verbindung, fremde Nationalität und Religion sind genau so geachtet wie unsere eigene.

Nach Griechenland und in die Türkei, Dänemark und Finnland, Marokko, Südafrika und USA, Spanien und die Schweiz geht die Lanificarenpost.

Berufsförderung ist nicht zuletzt ein wichtiges Anliegen unseres Bundes.

Herstellung der „Verbindung zwischen Studium und Beruf“.

Im Vordergrund aller Überlegungen stehen die Fragen:

Was verlangt die Wirtschaft von uns?

Wie bereiten wir uns darauf vor?

Woher erhalten wir die kompetenteste Hilfe?

Die Kontakte der Verbindungsstudenten zu ihren „Ehemaligen“ sind die wichtigsten praktischen Werte, die die Verbindung aufweist.

Den Finger am Puls der Arbeitswelt zu haben garantiert einen gewissen Vorsprung in der Orientierung gegenüber den Forderungen, die im Beruf auf uns zukommen.

Wir legen Wert auf eine umfassende und fachübergreifende, akademische Ausbildung
aller unserer Mitglieder.